Harry Potter- Auf den Spuren der eigenen Kindheit
London, Travel

Harry Potter- Auf den Spuren der eigenen Kindheit

Harry Potter. Dieses Buch, geschrieben von einer Frau, die damals nicht einmal ansatzweise erahnen konnte, was sie mit den Worten auslösen würde welche sie auf Papier brachte, machte die Beziehung zwischen meinen Bruder und mir zu dem, was sie heute ist. Dieses Buch, war meine Kindheit. War mein Zufluchtsort wenn Tage zu lang und anstrengend waren, ist  bis heute noch stets mein Begleiter auf Reisen in die Ferne. 

„Wenn wir träumen, betreten wir eine Welt, die ganz uns gar uns gehört.“

Diese Welt, hat Julia vor kurzem für mich in London betreten. Und im folgenden, lässt sie uns ein bisschen teilhaben an ihrer Reise in die Vergangenheit. An ihrer Reise, auf den Spuren von ihrer, meiner und so vielen anderen Kindheiten. Auf den Spuren von Harry Potter. 

 

Harry Potter- das Schloss der Träume
Harry Potter- das Schloss der Träume
Harry Potter- alles auf Anfang bitte

Aufgeregt und mit klopfendem Herzen stand ich am Bahnsteig in Hogsmeade, dem Bahnsteig an welchem ich nun endlich selbst von dem Halbriesen Hagrid in Empfang genommen wurden. Seine Größe schüchterte mich ein. Aber seine Augen, freundlich leuchtend, nahmen mir diese Furcht sogleich wieder. Mit wackligen Knien setzten wir uns in die Boote, die uns über den schwarzen See zum Schloss bringen sollten. Und da stand es, so groß und imposant, wie ich es mir nie zu träumen gewagt hätte: Hogwarts.

Die Realität sah dann jedoch leider etwas weniger zauberhaft aus. Wir, meine Mama und ich, quetschten uns in den Zug vom Londoner Bahnhof Euston nach Watford Junction. Unglücklicherweise war ein paar Stunden, bevor wir uns zur Warner Bros Studio Tour aufmachen wollten, ein Zug auf eben dieser Strecke entgleist und die Verkehrslage war dementsprechend. Leider wenig zauberhaft. Aber wir schafften es. Und in den Studios angekommen, war sowieso alles wieder vergessen.

Harry Potter- wenn Träume zur Realität werden

Die Tour begann mit einer kurzen Kinovorstellung, in der die Hauptdarsteller Daniel Radcliffe, Emma Watson und Rupert Grint erzählten, was der Film „Harry Potter“ für sie bedeutete – bereits an diesem Punkt war ich zu Tränen gerührt. Und ich kann euch eins versprechen: Ich heulte zum Schluss wie Remus Lupin als Werwolf. Aber ich staunte auch genauso wie die Schüler, als sie Hogwarts zum ersten Mal erblickten.

Unsere zauberhafte Reise setzten wir in der großen Halle fort, die witzigerweise, anders als im Film, nur zwei anstatt vier Haustische beherbergte. Als ich an den Punktegläsern vorbeikam, musste ich erst mal schlucken: Mein Haus, welches mir vor Jahren das Pottermore zugewiesen, Ravenclaw lag auf dem letzten Platz. Ich musste mich überwinden, diese Niederlage überhaupt zu fotografieren und versprach mir selbst, mein bestmögliches zu tun, um das Haus wieder auf den ersten Platz zu befördern – als mir wieder einfiel, dass das ganze ja gar nicht real war. Schon wieder verdrückte ich ein Tränchen.

Harry Potter- Die Stundengläser
Harry Potter- Die Stundengläser

Wir kamen am Gryffindor Gemeinschaftsraum vorbei, Dumbledores Büro, dem Jungenschlafsaal. (Fun Fact: Die Betten dort sind extrem klein, weil sie auf Erstklässler zugeschnitten waren und sie wurden nie mehr vergrößert oder ersetzt). Auch in den Fuchsbau der Weasleys konnten wir hineinschauen, ebenso wie in den Kerker, wo der Zaubertränke-Unterricht stattfindet.

Harry Potter- Der Kerker des Zaubertrankunterrichtes
Harry Potter- Der Kerker des Zaubertrankunterrichtes
Harry Potter- die eigenen Highlights der Besichtigung

Eines meiner Highlights war jedoch der Hogwarts Express, durch welchen wir sogar durchspazieren konnten. Es stankt dort drinnen zwar gewaltig, aber ich meckere hier auf hohem Niveau, und genoss es trotzdem in vollen Zügen. Für jeden Jahrgang war ein eigenes Abteil eingerichtet worden und es sah einfach genauso aus, wie man es aus den Filmen kannte – nur ein bisschen kleiner.  Aber so sind britische Züge eben. 

Das nächste Highlight folgte sogleich: Die Winkelgasse. Schon immer wollte ich durch diese Straße schlendern, shoppen gehen und meine Bücher sowie Hogwartsumhänge kaufen. Und vor allem wollte ich meinen eigenen Zauberstab. Leider waren alle Ladenbesitzer gerade auf Betriebsurlaub, weshalb wir sie nur von außen bewundern konnten. Aber bewundert haben wir sie und wie. 

Unsere Tour war leider genauso schnell vorbei, wie sie angefangen hatte. Da ich eine Tour am Nachmittag gebucht hatte, blieben uns leider keine zwölf Stunden Zeit, um alles auf uns wirken zu lassen. Aber hey, wer weiß, ob wir sonst nicht in dem entgleisten Zug gesessen hätten. Fürs nächste Mal weiß ich es besser und ich werde gleich als erste vor der Tür stehen.

Denn, wie J.K. Rowling so schön sagte: „Hogwarts will always be there to welcome you home.“

Harry Potter- im “echten” London

Zum Glück war es das aber noch nicht ganz mit unserem Lieblingszauberer. Allen, denen die Warner Bros Tour zu Mainstream ist, oder denen es schlichtweg zu viel Geld kostet, kann ich eine Harry Potter Tour innerhalb Londons ans Herz legen – diese sind sogar so gut wie gratis! Free Tours of London ist eine Organisation, die gratis Stadtführungen durch London anbietet. Jede dieser Touren hat ein bestimmtes Motto, unter anderem gibt es eine Royal Tour, eine gruslige Jack the Ripper Tour und, natürlich, eine zu Harry Potter. Letztere mussten wir uns natürlich ansehen und wurden von einem sehr sympathischen Tourguide mit einem unglaublich schönen britischen Akzent durch London geführt.

Harry Potter- im "echten" London
Harry Potter- im „echten“ London
Harry Potter- auch ohne Filmkulisse mitten drin 

Der erste Stopp, dieser Tour, war der Trafalgar Square, das geografische Zentrum Londons. Hier fand die Premiere zum letzten Harry Potter Film statt. Tausende Fans campierten Tage vorher auf dem Platz, um den Film und ihre Lieblingsstars nicht zu verpassen. Nur einer konnte nicht kommen: Daniel Radcliffe. Der neue Harry Potter sollte also ohne Harry starten. Daniel Radcliffe war zu dieser Zeit nämlich am Broadway unterwegs und spielte im Musical Equus mit. Da der Film „Harry Potter“ ihm aber deutlich wichtiger war, kaufte Radcliffe kurzerhand einfach sämtliche Eintrittskarten für Equus am Tag der „Harry Potter“ Premiere. Somit konnte ausschließlich Daniel Radcliffe in ein Musical gehen, in dem er selbst mitspielte – ziemlich clever, was? Und die Premiere und seine Fans mussten zum Glück doch nicht auf ihn verzichten. 

Außerdem liefen wir noch am britischen Verteidigungsministerium vorbei, das als Vorbild für das Zaubereiministerium fungiert. Man nennt das Gebäude „den Eisberg“, weil man nur einen Teil dessen sieht, was sich dort tatsächlich abspielt. J.K. Rowling erfuhr von dieser Bezeichnung und war so begeistert, dass sie entschied, dies sollte ihr Zaubereiministerium werden. Die öffentlichen Toiletten, welche man auch im Film zu sehen bekommt, gibt es in Wirklichkeit aber gar nicht. Es wurden nur Schilder auf die Straße gestellt – was manche Menschen aber trotzdem nicht davon abhalten konnte, diese „Toiletten“ trotzdem benutzen zu wollen.

Weiter ging es zum Vorbild für die Winkelgasse – welche ich mir zugegebenermaßen etwas spektakulärer vorgestellt hatte. Es war eine einfach, kleine Gasse in der Nähe von Covent Garden, in welcher ganz schlicht viel „magisches“ Zeug verkauft wird. Auch Harry Potter Geld bekommt man hier. Leider keine Galleonen, Sickel und Knuts, so wie wir sie kennen, sondern Banknoten mit Harry Potters Gesicht darauf. Naja, irgendwo hat die Kreativität wohl ein Ende. 

Harry Potter- die Winkelgasse
Harry Potter- die Winkelgasse
Harry Potter
Harry Potter
Harry Potter- das *räusper* kreative Geld
Harry Potter- das *räusper* kreative Geld

Wesentlich beeindruckender war dann aber noch die Nockturngasse, die wirklich so aussieht wie im Film.

An diesem Punkt war die Tour dann leider auch schon vorbei. Wer immer noch nicht genug Harry Potter gespürt hatte, der sollte zum Abschluss am Bahnhof King’s Cross nach dem Gleis 9 ¾ Ausschau halten;) 

Harry Potter- Fazit

Ich bin J.K. Rowling immer wieder von Herzen dankbar für die wunderbare Welt, die sie erschaffen und mit uns geteilt hat. Der erste Harry Potter Band wurde an meinem zweiten Geburtstag veröffentlicht. So durfte ich mit einer so wunderbaren Geschichte aufwachsen, die alles andere in den Schatten stellt was ich bisher gelesen habe. Und, auch wenn die Ernüchterung groß war, als ich an meinem elften Geburtstag keinen Brief aus Hogwarts bekam, ist Hogwarts für mich doch immer noch real.  Auch mit 21 möchte ich immer noch das Magische sehen, von dem uns J.K. Rowling so liebevoll zuflüstert und mich an schlechten Tagen mit einem Buch zurückziehen und Trost in meinem Lieblingsschloss finden. Denn Hogwarts ist immer bei uns. In unseren Herzen. 

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