Ein Spaziergang durch Amsterdam, Teil 1
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Ein Spaziergang durch Amsterdam, Teil 1

Amsterdam in 4 Tagen 

 

Und während die Sonne hinter den Häusern untergeht und der Tag der Nacht platz macht, schlendern wir das erste Mal durch die Häuserreihen von Amsterdam. Wir beobachten den Himmel, welcher sich langsam von einem blassen in ein intensives orange verfärbt. Wer an einem 4. Mai in Amsterdam ankommt sollte wissen, dass dieser Tag ein nationaler Feiertag ist, um an die Opfer und gefallenen Soldaten des Zweiten Weltkriegs und anderer militärischer Konflikte zu gedenken. Wir wussten es nicht. Um 19:00 schließen spätestens alle Läden, um 19:30 beschließen wir einkaufen zu gehen. Schulter zuckend vor den geschlossenen Türen stehend, laufen wir weiter. Weiter in Richtung Foodhall in der Bellamyplein 51, welche mich sehr an die Markthalle neun in Berlin erinnert.

Die Köstlichkeiten sind exquisiter, die Portionen kleiner, die Preise sehr hoch. Wer also eher ein bisschen aufs Geld achten muss oder lieber das ein oder andere Museen besuchen möchte, anstatt stets Geld für Essen auszugeben, sollte um diese Halle vielleicht lieber einen Bogen machen. Oder hingehen, wenn der Magen gut gefüllt ist und man nur gerne ein bisschen Amsterdam Atmosphäre einatmen möchte. Wir aber beschließen den ersten Abend zu genießen und gönnen uns das herrliche Essen zwischen leidenschaftlichen Gesprächen von jungen Niederländern. Amsterdam ist eine wahnsinnig schöne Stadt. Mit 18 war ich das erste Mal hier. Jung, ohne Plan vom Reisen. Damals habe ich nichts von den Tagen mitgenommen, konnte niemandem von der Stadt erzählen oder hatte Bilder auf meinem Laptop, die mich an die Stadt erinnern. Dieses mal wollte ich es anders machen und die Stadt in vollen Zügen genießen, ein bisschen Amsterdam leben. Und das habe ich geschafft.

Amsterdam
Amsterdam- ein Sonnenuntergang hinter der Foodhalle
Amsterdam
Amsterdam

 

Amsterdam
Amsterdam- ein kleiner Reisebegleiter…

 

Amsterdam
Amsterdam- mit seinen bekannten Hausbooten

 

Amsterdam
Amsterdam- die Stadt der Fahrräder
Amsterdam zu Fuß erleben

Amsterdam kann man ohne Probleme zu Fuß erleben. Wenn man Lust auf Spaziergänge und kein klares Ziel vor Augen hat. Wir lassen uns treiben, von den anderen Menschen, von der Schönheit der Grachten, von den kleinen Gässchen. Wenn uns ein Café gefällt, lassen wir uns auf dessen Stühlen auf dem schmalen Bordstein davor nieder und genießen Kaffee während uns die Sonne angenehm das Gesicht wärmt. Mit dem Wetter haben wir unglaublich Glück. Letzte Woche hat es, zumindest in Berlin, noch eine Art Schnee-Regen-Hagel gegeben und nur ein paar Tage später sitzen wir bei 26* in der ersten Sommersonne. Hätte ich mal doch einen Rock, statt dem paar Handschuhe mitgenommen.

Wenn ein Fleckchen am Wasser besonders schön ist, setzen wir uns auf den Boden und lassen die Füße über das Wasser baumeln. Hin und wieder spielen wir nebenbei Activty, einfach nur Begriffe erklären, beobachten die vorbeifahrenden Schiffe und Eis essenden Menschen. Auf den Stadtplan schauten wir nur hin und wieder um zu sehen, wo es uns in Amsterdam hinvertrieben hat. Besonders schön ist das „Ree7, in der Reestraat 7. Mit nur wenigen kleinen Tischen auf der Straße wären wir beinahe daran vorbei gelaufen. Beinahe. Von innen gemütlich und einladend eingerichtet bekommt man hier hauptsächlich ein reiche Auswahl an Frühstücksmenüs, aber auch selbst gemachten Kuchen der genauso aussieht, wie ich ihn auf einem Foto vorher gesehen habe. Ich finde es gibt nichts schöneres, als wenn eine Bar, ein Restaurant, ein Ort oder ein Essen genauso aussieht, wie man es vorher gesehen und sich deshalb darauf gefreut hatte. Naja, außer es ist noch schöner 😉

Amsterdam- eine Tour mit der Fähre

Auch solltet ihr unbedingt einmal vom Hauptbahnhof aus in den Norden von Amsterdam fahren. Die kleine Halbinsel ist nur mit der Fähre zu erreichen, welche aber alle 10 Minuten fährt. Die Haltestelle dafür befindet sich direkt hinter dem Hauptbahnhof und kostenlos ist es auch noch. Die Überfahrt dauert keine fünf Minuten. Ob Motorroller, Fußgänger oder Fahrradfahrer, alle drängen wir uns auf dem Deck aneinander, lassen uns den Wind um die Ohren wehen und Amsterdam hinter uns. Auf der andren Seite versuchen wir dem Gewusel möglichst schnell zu entgehen und biegen nach links ab.

Einen Campingplatz soll es hier auch noch geben, weiter die Insel hinauf. Wir jedoch bleiben am Anfang, setzen uns ans Wasser, blicken auf die Stadt Amsterdam vor uns und versuchen ein bisschen Farbe anzunehmen. Ich übe mich darin, Sonnenuntergänge auf eine schöne Art und Weise festzuhalten. Es ist Urlaub. Auch, wenn wir nur vier Tage in dem fremden Land haben, genießen wir es in vollen Zügen und ich bin der festen Überzeugung, dass dies die beste Art ist, eine Stadt kennenzulernen. Sich treiben zu lassen. Sich von Kleinigkeiten überraschen zu lassen und ganz eigene, besondere ‚Fundorte‘ zu entdecken, sich auf eine Grünfläche legen und ein Buch lesen zu können, ein Eis am Wasser zu essen. Wir haben uns vor der Reise bewusst dafür entschieden, uns kein einziges Museum anzuschauen. Ich weiß, dass sich viele an dieser Stelle über mich wundern werden oder vielleicht denken, dass ich so die ein oder andere schöne Seite der Stadt verpasst habe. Das kann sein. Das mir ein bisschen Geschichte fehlt, dass ich da noch etwas nachzuholen habe.

Aber wenn man jeden Tag gerne wieder aufsteht, sich immer noch darauf freut, mehr von der fremden Stadt entdecken zu dürfen und sich vielleicht nach zwei Tagen schon ein ganz kleines bisschen Zuhause fühlt, ist man meiner Ansicht nach perfekt gereist. Man hat am besten etwas für Zuhause mitgenommen und würde sicher noch einmal wiederkommen wollen. Ich fand es immer anstrengend, wenn man Urlaub vom Urlaub brauchte. Wenn man nur durch die vorgeschriebene Sehenswürdigkeiten gehetzt wurde.

Amsterdam
Amsterdam- ein bisschen Innenstadt

 

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Amsterdam- der Ausblick von der Fähre

 

Amsterdam
Amsterdam

 

Amsterdam
Amsterdam- Sonnenuntergang

 

Amsterdam
Amsterdam- den haben wir auf der Insel auch noch gefunden ;)
Amsterdam in de Abendstunden

Gegen Abend schlendern wir noch ein wenig zum Rand der Insel, vorbei an Familien die sich den ganzen Tag für ein ausgiebiges Picknick freigehalten haben, an Liebespärchen bei denen ich Probleme habe zu erkennen wo der eine Teil anfängt und der andere Teil aufhört, an Fußball spielenden Kindern. Zu Essen haben wir uns das The marsch & Co ausgesucht, direkt neben dem Blumenmarkt in der Vijzelstraat 4. Ausgeschildert ist das Restaurant mit dem besten Burger aus ganz Holland. Wichtig ist vielleicht noch, dass das ganze um 22:00 schließt, wir hatten großes Glückt und bekamen als die letzten Gäste noch etwas zu Essen.

Ja doch, der Burger ist gut. Das Fleisch fand ich ganz besonders zart und lecker, der beste Burger ist es meiner Meinung nach aber nicht. Den habe ich immer noch im ‚MacLarens‘ in Berlin gegessen. Mit frischem Feldsalat. Wir zahlen für einen Burger etwas zwischen 10 und 12 Euro, serviert wird das ganze ohne Pommes oder sonstige Beilagen. Mein Magen ist zufrieden und gesättigt, zufrieden bin ich selbst aber eher mäßig. Wenn ich so viel Geld für Essen ausgebe, sitze ich gerne etwas länger und führe gute Gespräche zwischen Menschen die eine Atmosphäre schaffen.

Amsterdam
Amsterdam- der angeblich beste Burger der Stadt

 

Amsterdam
Amsterdam- wenn der Tag der Nacht platz macht

 

Amsterdam
Amsterdam s Brücken

 

Amsterdam
Amsterdam- am Hauptbahnhof

 

Amsterdam
Amsterdam
6 Comments
  • Maria
    31. Mai 2016 13:34 0Likes

    Ein sehr schöner Bericht Ich war vor Jahren in Amsterdam, konnte mich dafür aber nicht so begeistern, wie für andere europäische Hauptstädten. Wenn ich den Bericht aber so lese, denke ich mir, ich sollte vielleicht noch einmal hin.
    Beste Grüße
    Maria

    • fundorte
      1. Juni 2016 20:05 0Likes

      Oh Maria, you made my day!! Danke danke für den lieben Kommentar! Ich fand es wirklich ganz toll da, aber ich verstehe durchaus das Leidenschaft für Städte sehr unterschiedlich sein kann 😉 Ich hoffe, dass dir Teil zwei dann ebenso gut gefällt:)

  • Romeo
    2. Juni 2016 22:57 0Likes

    Danke für den schönen Bericht & Fotos.
    Amsterdam ist einfach anders – in jeglicher Hinsicht. Der King’s Day setzt dem ganzen aber die Krone auf. Muss man zumindest ein Mal im Leben mitgemacht haben 😀

    • fundorte
      9. Juni 2016 10:43 0Likes

      Na dann, muss ich wohl noch mal wiederkommen 😉 Das sind ganz tolle Gründe, auch ein drittes mal noch in diese Stadt zu reisen. Danke für deine liebe Rückmeldung ^_^

  • Christine
    9. Juni 2016 10:16 0Likes

    Ich war letzte Woche das erste Mal in Amsterdam und die Stadt hat mich von den Socken gehauen. Die Grachten, die Häuser, die Lokale, wenn ich deine Bilder sehe gerate ich gleich wieder ins schwärmen :-) Im Ter Marsch waren wir auch. Ich fand den Burger Klasse, ob es jetzt aber tatsächlich der Beste war, traue ich mich nicht zu behaupten.

    • fundorte
      9. Juni 2016 10:40 0Likes

      ja oder, diese Stadt nimmt einen einfach sofort für sich ein*_* Lecker fand ich ihn auch, aber wie gesagt, dafür so viel zu zahlen und dann so schnell wieder zu gehen finde ich immer schade. Vielen lieben dank für deinen tollen Kommentar:)

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