Eine Berlin Tour durch den Bergmannkiez
Berlin, Kreuzberg, Sommerbesucher

Eine Berlin Tour durch den Bergmannkiez

Für einen Tag im April ist es ungewöhnlich kalt. Die Sonne lässt sich nur selten blicken und versteckt sich oft hinter den Wolken. Ein kalter Wind fährt uns durch die Jacken und lässt uns frösteln, hin und wieder regnet es. Heute ist Mama Tag. Sechs Wochen haben wir uns nicht gesehen, während sie mit ihrem Freund durch Thailand reiste und mich mit ihren Momentaufnahmen per Whatsapp von der Ferne träumen ließ. Ich habe mir frei genommen. Möchte mit ihr durch die Bergmannstr schlendern, ein paar Fotos im Victoriapark machen, ein Eis essen. Letze Woche habe ich einen Fotokurs besucht, drei Stunden lang, zusammen mit meiner zweiten Hälfte auf Reisen. Nachdem der Kopf die Informationen verarbeitete und ich voller Begeisterung meine Nikon D60 neu entdeckte, wollte ich voller Tatendrang mich in dem Erlernten üben. Besonders angetan hatten es mir die zwei Weisen Wasser zu fotografieren.

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thumb_DSC_0972_1024(ist mir gelungen oder:))

Das meine Kamera nicht mehr die beste ist und schon seit einiger Zeit überholt weiß ich selbst, spätestens nach diesem Ausflug. Aber das ist ein Projekt das ich zu meinem Geburtstag angehen werde. Mama ist eine der geduldigsten Begleiterinnen die ich kenne. Ohne großes Murren lässt sie sich von meiner Begeisterung anstecken und obwohl ihr Magen knurrend nach Aufmerksamkeit verlangt, folgt sie mir in den Park. Untergehackt erzählt sie mir von ihrem Urlaub. Wir lachen, diskutieren, planen unsere eigene große Fernreise 2018 und philosophieren darüber ob es eine Nationalität gibt, welche Fremden gegenüber besonders aufgeschlossen ist oder man das so pauschal gar nicht festlegen kann. Hin und wieder lässt sich die Sonne blicken und wärmt uns angenehm das Gesicht. Ein stetiger Wechsel von Jacke an, Jacke aus. Ich weiß nicht, wie viele von euch es wissen, aber in ganz Berlin gibt es nur einen einzigen Wasserfall, den im Victoriapark in der Kreuzbergstr. Und während Mama einfach in der Sonne am Wasser steht, stelle ich mein Stativ auf und probiere mich aus. In der Belichtungszeit, mit dem ISO Wert, mit der Blende und dem Weißabgleich. Ich weiß nicht, wie viel Stunden ich es versuche. Oder ob es doch nur eine halbe war. Irgendwo zwischen hier und da habe ich mein Zeitgefühl vergessen. Wenn ich gar nicht mehr weiter weiß frage ich Mama. Ihre Leidenschaft ist schon lange das Fotografieren, nur noch nicht professionell. Wir ziehen weiter an eine andere Wasserstelle, mal mit zu viel Sonne, mal mit zu wenig. Irgendwann beginnt es zu regnen und wir beschließen, dass es für heute erst einmal genug ist. Zufrieden mit den Ergebnissen packe ich meine Utensilien wieder ein und die Mütze aus. Aus dem Regen ist Schnee geworden, am 25. April. Die Kapuze tief ins Gesicht gezogen setze ich Mama meine wunderschöne, auf dem Wienerweihnachtsmarkt erstandenen Mütze auf die Ohren und wir laufen Richtung Bergmannstr.
Vielleicht ist für all jene unter euch, die schon das ein oder andere Mal in Berlin waren oder hier sogar leben, diese Straße eher nichts neues mehr und sogar überhaupt nicht besonders. Vielleicht stimmt ihr mir aber auch zu. Für mich persönlich ist diese Straße mit eine der schönsten, die ich bis jetzt in Berlin kennengelernt habe. Das da noch so die ein oder andere auf meiner Liste fehlt ist mir durchaus bewusst. Aber ich mag die vielen kleinen Läden, die sich aneinander drängen als hätten sie alleine Angst verloren zu gehen. Ich mag die vielen kulinarischen Restaurants, in welchen sich meist für jeden etwas finden lässt. Ich liebe das Barcomis am Ende der Straße (wenn man vom Victoriapark aus kommt) und schlendere liebendgerne durch die Markthalle mit dem Platz davor, auf welchem man herrlich Kaffee trinken und Kindern beim Spielen mit Springbrunnen beobachten kann.
Und da es Mama auch schon immer so geht und gehen wird, sind wir beiden hier sowieso immer gold richtig aufgehoben. Ein Eis wird es bei diesem Wetter leider nicht, aber dafür ein selbstgemachter, super leckerer Smoothie im „Knofi Haus“. Wir bestellen eine gemischte Platte mit Humus, Feta, Kouskous, Weinblättern, Brot, Tomaten und was das Herz sonst noch begehrt, dazu frischen Orangensaft und eine Kirschschorle. Und wenn man schon mal hier ist, kann man auch gleich etwas zum Mitnehmen und Zuhause weiter essen bestellen. Wieder übe ich mich im fotografieren, dieses Mal von Lebensmitteln während Mama heißhungrig über ihre Mahlzeit herfällt.

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Der Smoothie ist der Beste den ich je hatte. Und so sperren wir den Regen einfach aus, machen es uns gemütlich und ich bin froh sie zu haben.

Das ganze beenden wir mit einem Spaziergang durch die eben erwähnte Markthalle und dem Kauf von frisch gebackenem Brot. Wäre Kreuzberg nicht so weit weg von mir, würde ich das Brot am liebsten hier immer frisch kaufen. Obst und Gemüsestände reihen sich neben Eis und Blumenläden, Käse, Wein, Wurst. Auch zu Mittag kann man vor Ort super essen, sogar im sitzen, draußen und drinnen. Meine absolute Berlinempfehlung für euch, wenn ihr mal gemütlich Kaffee trinken, Sushi essen, Frühstücken oder einfach durch die Straßen schlendern möchtet.

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