Einen Tag in Berlin solltet ihr am Wasser genießen
Berlin, Sommerbesucher

Einen Tag in Berlin solltet ihr am Wasser genießen

An der Havel

an der Havel

Auch Hunde sind an der Havel gerne gesehen
Auch Hunde sind an der Havel gerne gesehen

 

Von der Spinnerbrücke auf der Spanische Allee mit dem Auto kommend biegt ihr nach rechts ab auf den Kronprinzessinnenweg, anstatt wie vielleicht normalerweise gerade aus weiter zum Wannseebad zu fahren. Von da geht die Straße über in die Hagelchaussee und beim ersten, kleinen Parkplatz auf der linken Seite seit ihr dann auch schon angekommen. Mein erster Geheimtipp für jeden der Berlin mal ein bisschen anders kennenlernen möchte. Einen Geheimtipp, der nicht nur eine wunderschöne Motorradstrecke ist, sondern zu dem ich auch schon mit meiner Oma gefahren bin als ich noch ganz winzig war.

Mit den Schuhen in der Hand laufen wir an dem kleinen Strand entlang. Zwischen großen und kleinen Buchten wählen wir eine kleine, direkt am Wasser. Die Hunde und wir tauchen unsere Beine bis zu den Knien ins kühle Nass und genießen den Moment der Abkühlung. Die Sonne geht langsam hinter den Bäumen unter und die Segelboote ziehen ihre Runden über das Wasser. Eine Mischung aus großem Vor- und Nachteil an der Havel ist, dass es sehr lange dauert bis man wirklich schwimmen kann. Bis das Wasser einem zu den Hüften reicht, hat man das Gefühl ewig nur gerade aus zu laufen. Doch für uns, heute, ist das perfekt. Wir krempeln die Hosenbeine nach oben und stehen verträumt zwischen Baumstämmen mitten im Wasser. Wir liegen im Sand, unser Stimmengewirr erfüllt die Luft. Und für einen kurzen Augenblick ist es wie Urlaub.

 

Am Wannsee

 

der Wannsee gegenüber vom Strandbad Wannsee
der Wannsee gegenüber vom Strandbad Wannsee

 

Mit der S1 fahrt ihr einfach bis zur Endstation Wannsee durch. Von dort nehmt ihr den Bus 114 bis zur Station Heckeshorn. Dort befindet sich übrigens auch ein ziemlich großer Parkplatz für alle, die das Glück eines eigenen Autos haben. Gekennzeichnet ist mein Geheimtipp für euch, und übrigens auch eine wunderschöne Strecke für Spaziergänge, durch das Denkmal des Flensburger Löwens.

Wir haben uns ein Eis geholt, oben an der kleinen Imbissbude. Die zu jeder Jahreszeit offen hat, egal ob man einen wärmenden Kakao für die frierenden Hände braucht oder ein kühles Eis, einfach weil Sommer ist. Wir setzen uns an den Steg am Wasser, die Füße bis zu den Knöcheln im Sand vergraben. Von hier aus können wir direkt auf das Strandbad Wannsee schauen. Das Strandbad, welches die meisten eher kennen und im Sommer auch am häufigsten besuchen. Dicht an dicht liegt man gedrängt nebeneinander, um wenigstens am Wochenende, im Sommer, in der trockenen Hauptstadt einmal schwimmen gehen zu können.

Doch wie viele kennen eigentlich die andere Seite? Die Seite, an der wir gerade sitzen uns unsere Blicke über das Wasser und die Boote gleiten lassen. Ein kleiner Junge springt quietschend vom Ende des Steges, seine große Schwester bleibt lachend oben stehen. Zum schwimmen ist es uns noch zu kalt, aber Kinder kennen da keine Berührungsängste. Hauptsache sie können herumtoben und wenn es dabei noch ein bisschen nass und schlammig ist, um so besser. Wir schauen den beiden zu, Mama und ich, ein lächeln huscht über unser Gesicht. Der Wannsee ist nicht nur ein wunderschöner Ort, um nach einem anstrengenden Tag ein wenig Energie zu tanken. Auch zum schwimmen, zum Buch lesen oder für ein Picknick mit den Freundinnen ist das Wasser bestens geeignet.

Fernab eures Touristenführers solltet ihr in Berlin, einen Tag am Wasser verbringen. Und damit meine ich nicht nur die Spree an der Warschauerstraße, mit einem Bierchen entlang der East Side Gallery. Egal ob im Sommer zum Schwimmen oder im Winter, um sich eine erbitterte Schneeballschlacht zu liefern und danach Zuhause völlig durchgefroren bei einer heißen Tasse Kakao unter der Decke wieder aufzutauen, sind unsere Gewässer einen Besuch wert. Glaubt mir. Der Anblick von Wasser kann wahre Wunder bewirken.

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