Kiel und Hamburg
Hamburg, Schleswig-Holstein, Travel

Kiel und Hamburg

Einen kleinen Teil meiner Ferien verbrachte ich dieses Mal in Kiel und Hamburg. Meine Mitbewohnerin besuchen, die nach acht Monaten Auslandsaufenthaltes wieder nach Hause gekommen war.

Das Erste was mir in Kiel auffällt, ist die Luft. Ich bleibe mitten auf der Straße stehen, einer kleinen, kaum befahrenen Straße welche sich schüchtern durch die Häuser ihren Weg suchte. Die Nase in der Luft, die Augen geschlossen habe ich das Gefühl in ein Feld aus Blumen eingetaucht zu sein. Als würde man an einem ganz frisch gepflückten Strauß riechen. Wer an dieser Stelle leicht die Augen verdreht und meint, ich würde das sicher nur der Schönheit wegen schreiben, dem kann ich das mit einem lächeln nachsehen. Tatsächlich riecht es aber genauso und sollte deswegen auch genauso festgehalten werden. Berliner Luft riecht einfach anders. Nach Zuhause. Kennt ihr das, wenn es gerade geregnet hat. Wenn die Tropfen auf das noch warme Kopfsteinpflaster fallen? Für mich, ist das der schönste Geruch der Welt. Und so hat jeder Ort, jede Stadt, jedes Land seinen eigenen Geruch. Ein Geruch, der Gefühle in einem auslöst und es vermag, einen in eine andere Welt zu versetzen. Kennt ihr das, wenn ein Shampoo riecht wie früher? Wenn das Waschpulver das der besten Freundin ist und euch an gemeinsam Nächte mit guten Gespräche und heißem Kakao im Bett erinnert? Wenn ihr euch an einen Moment in eurer Kindheit zurück erinnert fühlt, weil ein bestimmter Geruch in der Luft liegt? Meine Marmeladenglasmomente sind solche Gerüche. Ich wünsche mir oft, ich könnte sie in ein Marmeladenglas einschließen. Den Deckel in den richtigen Momenten öffnen und wieder zurück in den Augenblick eintauchen.

Die Luft von Kiel, ist ein solcher Moment für mich gewesen. Könnte ich ihn einfangen, würde es mich stets an Meer erinnern. An Land, „An weit weg von der großen Stadt“, an ‚einfach mal die Seele baumeln lassen‘.

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Wir schlendern durch die Innenstadt und am Hafen entlang. Ich esse das aller erste Mal in meinem Leben bei ‚Vapiano‘ und verstehe nun endlich den Hyphe darum. Naja ein bisschen. Ein klitzekleines bisschen. Das Essen ist lecker, die Raumatmosphäre gemütlich. Dennoch hat es eher etwas von Fastfood und noch während wir den letzten Bissen unserer Pizza essen, warten bereits zwei weitere Gäste darauf, mit riesigem Nudelteller in der Hand, an unserem Tisch endlich das heiß ersehnte Mal verzehren zu dürfen. Wir lassen den Abend im ‚Blauem Engel“ ausklingen, ein Café in welchem ein Musikalischer Abend zu Filmsoundtracks stattfindet. Statt Wein gibt es eine heiße Schokolade, statt vielen Unterhaltungen gibt es einfach mal genießen und die Stücke auf sich wirken lassen. Wir machen nicht lange, schlendern gegen Mitternacht zurück zum Auto. Die Luft ist noch kalt, riecht leicht nach Winter und lässt uns frösteln. Sehnsüchtig wünschen wir beide uns den Frühling herbei. Wenn man nachts auch mal auf einer Bank am Wasser sitzen und ein Bier trinken kann. Wenn das nachhause Laufen Spaß macht, ein Lachen in der Luft, die Hände mal außerhalb der Jackentaschen. Wenn man vielleicht auch morgens um halb eins noch Lust hat auf Schokoladeneis hat.

Wir fahren nach ‚Laboe‘, vergraben die Zehen im Sand und genießen die Sonnenstrahlen auf unserem Gesicht. Ich mache mir einen Spaß daraus, die Schwäne am Ufer zu fotografieren und genieße es mal, aus meinem Alltagsstress ausbrechen zu können und einfach im eigenen Land drei Tage Urlaub machen zu können. Später wird Kaffee getrunken und Fischbrötchen gegessen, während wir in einem Strandkorb sitzen. Lehnt man sich zurück und schließt die Augen, könnte es auch Hochsommer im Süden sein. Am Abend habe ich einen winzigen Sonnenbrand im Gesicht. Nach zwei Tagen Kiel geht es nach Hamburg.

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Hamburg ist immer ein bisschen wie Zuhause für mich. Lang habe ich überlegt, hierher zu ziehen. Lange war die Stadt meine Zufluchtsstelle, um Luft zu schnappen wenn es mir in Berlin den Atem nahm.

Der Park Fiction in Hamburg ist eine meiner Lieblingsstellen. Völlig kostenlos direkt am Wasser gelegen sitzen wir auf einem Hügel mit künstlichen Palmen. Auf dem Basketballplatz vor uns herrscht reges treiben, Kinder fahren mit ihren Rollern über den Platz wenn die Jungs eine Spielpause einlegen. Eine ausgelassene Stimmung liegt in der Luft, freudige Erregung über die hohen Temperaturen und die lang andauernden Sonnenstrahlen. Wir trinken Bier, die Beine lang ausgestreckt auf unserer Picknickdecke. Der Park ist voll, Decke an Decke sitzen wir nebeneinander. Ich lasse mir den Wind um die Ohren wehen und blicke aufs Wasser hinaus. Beobachte die Boote, lausche der Musik, die von talentierten Straßenmusikern gespielt wird, die das einfach der Freude wegen tuen. Ein Hauch von Knoblauch liegt in der Luft. Egal wohin ich mich in dieser Stadt bewege, der Geruch begleitet mich. Ich liebe den Geruch von Knoblauch und habe so das Gefühl, die Stadt noch intensiver zu erleben. Meiner Meinung nach, kann man auch ohne viel Geld in Hamburg eine tolle Zeit haben und die Stadt auf eine ganz besondere Art und Weise kennenlernen. Wenn man die Augen offen hält, Lust auf Spaziergänge hat und sich Zeit nimmt. Durch die Straßen zu schlendern, am Hafen entlang, sich auf ein Eis oder Kaffee in die Schanze zu setzen.

Abends gehen wir tanzen, bis morgen ums halb 6, um halb 9 bin ich zum Frühstück verabredet. Danach geht es wieder zurück nach Berlin. Nach Hause. Und irgendwie, kann ich mich sogar schon nach nur vier Tagen ein kleines bisschen darauf freuen.

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